Das Lobe-Piercing ist oft das allererste Piercing überhaupt, manchmal schon im Kindesalter gestochen. Weil es einfach, schnell und schmerzarm wirkt, denkt man oft, es sei völlig risikofrei. Dabei ranken sich nach wie vor viele Irrtümer um das Lobe-Piercing, sowohl bei der Stechung als auch bei der Pflege oder der Schmuckwahl. In diesem Artikel räumen wir mit den gängigsten Irrtümern auf, damit du fundierte Entscheidungen treffen kannst.
Irrtum Nr. 1: „Ein Lobe-Piercing tut nicht weh und ist völlig unbedenklich"
Das stimmt nicht. Zwar ist der Schmerz im Vergleich zu Knorpelstellen tatsächlich gering, das heißt aber nicht, dass man sich nicht darum kümmern muss.
Das Lobe-Gewebe kann reagieren, sich entzünden, infizieren oder einen ungeeigneten Schmuck abstoßen. Deshalb ist es wichtig, Hygiene-, Pflege- und Abheilungsprotokolle einzuhalten, auch beim Lobe-Piercing.
Irrtum Nr. 2: „Man kann sich beim Juwelier mit der Ohrlochpistole das Lobe stechen lassen"
Das ist einer der gefährlichsten Irrtümer. Die Ohrlochpistole durchdringt das Lobe mit Druck, wodurch das Gewebe gequetscht statt sauber durchstochen wird. Das kann Mikroverletzungen, Entzündungen oder eine gestörte Abheilung verursachen.
In einem professionellen Piercingstudio wird eine sterile Nadel verwendet, viel präziser und schonender für das Lobe-Gewebe. Außerdem garantiert eine Stechung beim Juwelier nicht die Verwendung von Schmuck, der den Hygienenormen entspricht.
Irrtum Nr. 3: „Das Lobe heilt in einer Woche ab"
Ein Irrtum! Die Abheilung eines Lobe-Piercings dauert tatsächlich mindestens 6 bis 8 Wochen, je nach Person auch länger. In dieser Zeit ist es wichtig, den Schmuck nicht zu wechseln, die Stelle nicht unnötig zu berühren und sie sanft, aber regelmäßig zu reinigen.
Wer glaubt, das Lobe heile in wenigen Tagen ab, entfernt den Schmuck möglicherweise zu früh, was die Abheilung zurückwirft oder das Loch verengen kann.
Irrtum Nr. 4: „Ich kann von Anfang an jeden beliebigen Schmuck tragen"
Nein. Der Ersteinsatz-Schmuck muss sehr strenge Kriterien erfüllen: Er muss gerade sein (Typ Labret) und aus ASTM-F136-Titan oder 18-karätigem Gold bestehen. ASTM-F136-Titan ist ideal, weil es hypoallergen, nickelfrei, leicht und von der Haut hervorragend verträglich ist.
Auch ein schlichter Ring kann bei der Erststechung gesetzt werden, ein Schmuckstück mit Zirkonia oder minderwertigem Modeschmuck kann jedoch Reibung, Reizungen oder sogar Infektionen verursachen.
Irrtum Nr. 5: „Sobald es verheilt ist, kann ich machen, was ich will"
Äußerlich schon. Es wird aber immer empfohlen, ein Piercing mit Vorsicht zu behandeln, auch nach abgeschlossener Abheilung.
Auf dem Schmuck zu schlafen, zu häufig zu wechseln oder zu schweren bzw. ungeeigneten Schmuck zu tragen kann das Lobe reizen. Regelmäßige Pflege und leichter, hochwertiger Schmuck halten den Stichkanal gesund und ansehnlich.
Irrtum Nr. 6: „Das ist das einfachste Piercing, da muss man nicht aufpassen"
Gerade weil es als „einfach" gilt, machen viele den Fehler, es auf die leichte Schulter zu nehmen.
Das Ergebnis: Infektionen, endlose Abheilung, schlecht positionierte oder ungleichmäßige Löcher. Dieses Piercing braucht, auch wenn es häufig gestochen wird, genauso viel Sorgfalt wie jedes andere. Und eine falsch gesetzte Stechung kann bleibend sein, besonders an einer so sichtbaren Stelle wie dem Lobe.
Hier ein paar Tipps zur richtigen Pflege deines Lobe-Piercings:
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Reinige die Stelle zweimal täglich mit steriler Kochsalzlösung oder einem von deinem Piercer empfohlenen speziellen Pflegeprodukt.
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Vermeide es, das Lobe-Piercing zu drehen oder zu berühren, besonders mit ungewaschenen Händen.
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Schlaf in den ersten Wochen nicht direkt auf der Piercing-Seite.
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Nutze ein Kissen mit Aussparung oder eine geeignete Lösung, um Reibung zu reduzieren.
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Vermeide aggressive Produkte (Alkohol, Wasserstoffperoxid usw.), die dein Lobe-Piercing reizen können.
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Wechsle den Schmuck nicht vor vollständigem Abschluss der Abheilung.
- Bevorzuge Schmuck aus ASTM-F136-Titan, um das Risiko von Allergien oder Reizungen zu senken.
Irrtum Nr. 7: „Ich kann mich in jedem Alter stechen lassen, auch sehr jung"
Viele Lobe-Piercings werden bei Kindern gestochen. Dabei werden Hygiene-, Einwilligungs- und Materialstandards in diesen Fällen selten eingehalten. Es wird dringend empfohlen, bis zur Jugend zu warten, um das Piercing unter guten Bedingungen und mit hochwertigem Schmuck stechen zu lassen.
Das Lobe-Piercing ist ein Klassiker, sollte aber nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wer Irrtümer beiseiteschiebt und sich richtig informiert, erhöht die Chancen auf ein gesundes, ästhetisches und langlebiges Piercing. Setz immer auf eine Stechung im professionellen Studio, Ersteinsatz-Schmuck aus ASTM-F136-Titan und sorgfältige Pflege.
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